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Quelle:
Gelnhäuser Neue Zeitung; Montag, 16. August 2004
Nachdem der MSC Rund um Schotten im
ADAC Hessen-Thüringen während der letzten 15 Jahre hinsichtlich der
Wetterbedingungen das Glück gepachtet zu haben schien, machte der
wechselhafte Sommer dieses Jahres dem Veranstalter des Schottenring-
Classic-Grand-Prix bei der 16. Auflage einen dicken Strich durch die
Rechnung. Dauerregen während der Trainingsläufe am Samstag stellte die
über 300 Starter aus elf Nationen auf dem 1,4 Kilometer langen Stadtkurs
vor schwierige Bedingungen.
Über 14.000 Zuschauer verfolgten die Gleichmäßigkeitsläufe zur
Meisterschaft des Veteranen Fahrzeug Verbandes (VFV), in Sonderläufen
begeisterten mehrere Ex-Weltmeister und auch das Feld der Formel
3-Kleinstrennwagen.
"Wir sind angesichts des schlechten Wetters am Samstag mit der
Zuschauerzahl zufrieden, wir können ja auch nicht jedes Jahr neue Rekorde
erwarten", sagte der neue Vorsitzende des MSC Rund um Schotten,
Wolfgang Wagner, der beim diesjährigen Grand- Prix erstmals an der Spitze
des Schottener Vereins stand. Deshalb fügte er mit einem Lächeln hinzu:
"Bei anderen heißt es, sie haben ihre Feuertaufe. Für mich war es
eine Wassertaufe."
Weltmeisterlich - Für großen Andrang im Fahrerlager sorgten drei
Ex-Weltmeister, die während der Autogrammstunden immer wieder vor
Hunderten Fans umlagert waren. Allen voran der erfolgreichste
Motorrad-Straßenrennfahrer aller Zeiten: Giacomo Agostini. Der
sympathische Italiener aus Lovere bei Bergamo, der trotz seiner inzwischen
62Jahre noch immer die Aura des erfolgsverwöhnten Sonnyboys verkörpert,
war auf Maschinen von MV Agusta und Yamaha zwischen 1966 und 1976 in den
Klassen bis 350 und 500 Kubikzentimeter Hubraum 15-facher Titelträger und
122-facher Grand-Prix-Sieger. "Ago" startete - wie auch Jim
Redman aus Südafrika (sechs WM-Titel) und Dieter Braun aus Dielheim (zwei
WM-Titel) - in der nach MSC-Mitglied Willi Marewski benannten Sonderklasse
auf Original-Rennmaschinen aus früheren Jahren.
Hier waren neben den drei Ex-Weltmeistern unter anderem auch die
vielmaligen Deutschen Meister Ernst Hiller (Gütersloh) und Lothar John
(Schriesheim) am Start.
Dass die mehrere Jahrzehnte alten Maschinen trotz guter Pflege nicht immer
optimal laufen, musste auch Giacomo Agostini feststellen, dessen MV Agusta
mit Dreizylinder-Motor einfach nicht "rund drehte". Dennoch
zeigte sich Agostini locker und äußerte sich vor seinem Heimflug am
Sonntagmittag über seinen ersten Besuch in Schotten positiv: "Ich
bin überrascht von der Kulisse hier, der Begeisterung der Zuschauer, der
guten Stimmung - trotz des Regens. Es hat mir viel Spaß gemacht, hier zu
fahren".
Mit Bleifuß unterwegs - Gleichmäßigkeit wurde zwar belohnt, aber
langsam fuhr trotzdem keiner: Frei nach dem Motto "wer später bremst
fährt länger schnell", wie es BMW- Seitenwagenpilot Thomas Gimbel
aus Hasselroth einst trefflich formulierte, gaben die Fahrer ordentlich
Gas. Gimbel erreichte mit Beifahrer Hans Hilß (Kefenrod) Position sechs
im Endklassement der Kneeler-Gespanne, direkt hinter ihren Freunden und
Kontrahenten aus Wächtersbach-Aufenau, Günter Schaub und Peter
Breitbach. In der Wertungsklasse Post-Vintage bis 350 Kubikzentimeter
machte ein anderer "Stollenritter" seinem Namen alle Ehre: Willi
Elsässer“Bleifuß“ aus Alzenau wurde auf seiner Ariel-Maschine
Zweiter. |