Nach dem Besuch der Volksschule
absolvierte Georg Rösch eine kaufmännische Lehre, fand lebhaftes
Interesse an jeder Form von Öffentlichkeitsarbeit. Dies sollte
seinen späteren Lebensweg weitgehend bestimmen. In einem
Druckereiverlag und beim Besuch der Fachschule für Grafik in
Frankfurt bildete er sich strebsam weiter, ehe der Beginn des
Zweiten Weltkrieges seiner beruflichen Entwicklung ein Ende setzte.
Als Leutnant der Artillerie kehrte Georg Rösch nach schwerer
Verwundung 1945 in seine Heimat zurück. 1947 begann seine
Tätigkeit in der Kreisverwaltung Gelnhausen. Zunächst als Leiter
des Wirtschaftsamtes, dann 1949 als Verantwortlicher für das
Rechnungsprüfungsamt. Er verlor bei allem Engagement für die
hauptamtliche, berufliche Tätigkeit nie die Bindung zur
heimatlichen kulturellen Betätigung.
So war es nicht verwunderlich, dass
Georg Rösch im Jahre 1949 den Grundstein für das Heimatjahrbuch
legte, mit dem sein Name für immer verbunden bleiben wird. Das
Heimatjahrbuch war das erste Jahrbuch, welches ein Landkreis nach
dem Ende des Zweiten Weltkrieges herausgab.
Das war 1949 nicht so einfach, denn die amerikanische
Besatzungsmacht machte alle Presseveröffentlichungen von ihrer
Genehmigung abhängig. Deshalb bekam der damalige Landrat Heinrich
Kreß die Unbedenklichkeitserklärung der Amerikaner, als
Herausgeber des Heimatjahrbuches aufzutreten.
Landrat Kreß schrieb damals 1949 zur ersten Herausgabe im Vorwort,
man wolle das Jahrbuch dazu schaffen, die Gemeinden aus dem
Vogelsberg, dem Spessart und der Kinzigebene einander näher zu
bringen.
Zum 25-jährigen Bestehen des Heimatjahrbuches sagte Landrat Hans
Rüger, dieses Buch sei der "Bestseller" in unserer
Heimatregion. Von Georg Rösch in der Absicht geschaffen, die
Bevölkerung, ihre Tradition und Kultur in den verschiedenen
Kreisteilen einander näher zu bringen und Bewußtsein von der
gemeinsamen Heimat zu bilden, habe es diese Aufgabe reichlich
erfüllt.
Georg Rösch verstand es, anschaulich und umfassend das
Selbstbildnis des Kreises darzustellen. Humoristische
Kurzgeschichten aus den verschiedensten Gemeinden waren gemischt mit
sachlichen Informationen in Wort und Bild.
Auch heute nach 54 Jahren kann mit Fug und Recht behauptet werden,
daß das von Georg Rösch ins Leben gerufene Heimatjahrbuch aus
seiner besonderen Verbundenheit mit der Heimat ein bemerkenswertes,
lebendig gestaltetes und anschaulich geschriebenes Jahrbuch ist.
Seine Heimatverbundenheit bewies Georg Rösch aber auch noch in
anderen Bereichen, 13 Jahre war er Kreisvorsitzender der CDU im
Altkreis Gelnhausen, gehörte von 1958 bis 1962 dem Hessischen
Landtag an und engagierte sich für die heimische Naturpflege im
"Naturpark Hessischer Spessart". lm Jahre 1981 starb Georg
Rösch. Seine Arbeit für das Heimatjahrbuch setzte seine frühere
Sekretärin, Magda Reiter, bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1997
fort, und heute wird das Jahrbuch von Elmar Stracke und einem
ehrenamtlichen Mitarbeiterteam im Sinne von Georg Rösch
weitergeführt.
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